War das Kriegsende am 8. Mai vor 70 Jahren für Alle eine Befreiung ?

Deutscher Kindersoldat 8.Mai 1945

Deutscher Kindersoldat 8.Mai 1945

Diese Woche am 8 Mai vor 70 Jahren ging der schrecklichste Krieg der Weltgeschichte zu Ende.

Deutschland wurde von der zwölfjährigen Terror-Herrschaft befreit, die Unterdrückung, Vertreibung und Ermordung von Juden, Roma, Sinti sowie religiöser und politisch Andersdenkender hatte ein Ende. Doch war es für alle eine Befreiung? War es auch für diejenigen eine Befreiung, die sich mit den braunen Machthabern arrangiert hatten, die sie unterstützten?

Exekution durch Einsatzgruppen in der Sowjetunion, undatiert. Das Foto wurde von einem Soldaten aufgenommen und im Frühjahr 1945 an eine Bekannte geschickt, die als Gegnerin des NS-Regimes galt. (Foto: DÖW)

Exekution durch Einsatzgruppen in der Sowjetunion, undatiert. Das Foto wurde von einem Soldaten aufgenommen und im Frühjahr 1945 an eine Bekannte geschickt, die als Gegnerin des NS-Regimes galt. (Quelle: DÖW)

War es auch eine Befreiung für diejenigen ,die trotz der unermesslichen Leiden und den Tod von über 50 Millionen Menschen ihren ins unerträgliche gesteigerten Nationalismus nicht ablegen konnten und bis heute immer noch nicht ablegen wollen? Oder war es für diese vielmehr eine Niederlage? Hätten sie sich, hätte sich Deutschland einen Sieg wünschen sollen? Und was für ein Sieg wäre das gewesen? Es wäre der Sieg eines Regimes gewesen, das rücksichtslos seine Gegner verfolgte, jegliche Freiheit unterdrückte und beispiellose industriemäßige Ermordung von Menschen plante und durchführte.

Nach der Befreiung durch die Rote Armee: Kinderhäftlinge im KZ Auschwitz

Nach der Befreiung durch die Rote Armee: Kinderhäftlinge im KZ Auschwitz (Quelle: Auschwitz Archiv)

Das sich diese Ziele nicht verwirklicht haben, war und muss eine Befreiung sein, auch wenn diese Befreiung für viele mit dem Verlust der Heimat erkauft werden musste. Die Geschichte hat gezeigt, dass zu politischen Zwecken gesäter Nationalismus zur Ausgrenzung von Minderheiten, Benachteiligung von sozial Schwachen, Diskriminierung von Behinderten und Unterdrückung Andersdenkender bis hin zum Krieg und Völkermord führt.

Das Versagen einiger Fraktionen  im Ennepetaler Rat bei der Umbenennung des „Fritz-Textor-Rings“ (Fritz Textor war der erste Ennepetaler Bürgermeister, überzeugten Nationalsozialist und vermutlich NS-Denunziant), zeigt das in der Ennepetaler Politik auch 70 Jahre nach dem 2 Weltkrieg kein Bewusstsein für die Verbrechen des NS-Regimes vorhanden zu sein scheint.

Von Sven Hustadt

Wie konnte es zu den Flüchtlingsdramen im Mittelmeer kommen?

libyen_fluechtlingeSehr geehrte Leser, Der Film „Der Marsch“ wurde vor ca. 25 Jahren in der ARD gezeigt- Er basiert auf dem gleichnamigen Roman. Damals dachte ich,“ das ist ja nur Sciencefiction“ , aber nach 25 Jahren hat die Wirklichkeit den Roman (und den Film) überholt. Wenn man täglich in den Nachrichten das Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer sieht, hat dieser Roman die Zukunft kommen sehen…

Energiedrachen – Die Zukunft der Windenergienutzung in Ennepetal ?

Quelle: Enerkite

EK200Sehr geehrte Leser,

dieser Artikel beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung der Windenergienutzung.

Es geht hier um die sogenannten „Energiedrachen“.

Energiedrachen sind fliegende Windkraftanlagen, die in der Lage sind, mehr Strom als die jetzigen unansehnlichen Stahl-Windräder zu produzieren – zu einem Bruchteil der Kosten. Dabei werden die stetigen Luftströmungen in Höhen von 300 bis 600 Meter für die Stromgewinnung angezapft. Denn in der Windkrafterzeugung wächst der Stromertrag mit zunehmender Höhe überproportional stark.

Diese Anlagen Kosten viel weniger als die jetzigen stationären Anlagen, sie wären Ideal für Ennepetal.

Denn sie verbrauchen weniger Fläche und beeinträchtigen nicht die Landschaft.

Höhenwind

windprofil

Windprofile an Küsten- und Binnenstandort

Wie der Wind im Jahresmittel mit der Höhe zunimmt, zeigen die Windprofile an zwei deutschen Standorten. Am Küstenstandort (Nordholz) herrscht in 100 m Höhe etwa der gleiche Jahreswind wie am Binnenstandort (Lindenberg) in 300 m. In der Ekmanschicht, oberhalb von 200 bis 300 m Höhe, steigt der Wind im Jahresmittel jedoch nur noch schwach an. Für den Ertrag und den effizienten Betrieb einer EnerKíte (Energiedrachen)-Anlage ist neben dem Jahreswind, auch die zeitlich aufgelöste Windverteilung entscheidend. Bild unten zeigt die Zeitreihen für Höhen von 200, 100 und 40 Meter (LIDAR-Messung) und die bodennahen Winde in 6 m Höhe. An thermisch aktiven Sommertagen durchmischt sich die Luft – die Höhenwinde werden abgebremst. Bei stabiler Schichtung in der Nacht ist Windzunahme mit der Höhe dagegen umso stärker ausgeprägt. Ausgehend von 40 m, der typischen Turmhöhe kleiner Anlagen, verdoppelt sich die Windgeschwindigkeit in 200 m Höhe – der Energieinhalt des Windes steigt um den Faktor acht.

LIDAR-Messschrieb

LIDAR-Messschrieb von unserem Testgelände in Brandenburg

Windgutachten sind heute entscheidend für die Standortwahl. Die portablen EnerKíte-Anlagen bestimmen den Wind in großer Höhe direkt während des Betriebs. Dadurch liefern sie Daten für reale Ertragsprognosen am Standort. Sie können mit außerordentlich geringen Kosten an einen neuen Standort verbracht werden. Dadurch können Kosten für Windmessungen oder Risiken einer falschen Ertragsprognose erheblich verringert werden.

Prinzip

zyklus EnerKítes arbeiten zyklisch in zwei Phasen:

  • Phase 1 – Arbeitsphase: Der Flügel fliegt bei maximaler Seilkraft in Achten quer zum Wind. Das Seil wird herausgelassen und treibt eine Generatorwinde am Boden an.
  • Phase 2 – Rückholphase: Hier unterbricht der Flügel den Achtenflug, gleitet auf direktem Weg schnell und mit geringer Kraft zur Ausgangshöhe zurück und geht erneut in die Arbeitsphase über. Dafür wird nur ein Bruchteil der zuvor gewonnenen Energie benötigt.

Ein voller Zyklus dauert ungefähr eine Minute. Anders als bei klassischen Windenergieanlagen wird die elektrische Energie am Boden erzeugt. Von dort erfolgt auch die Steuerung des Flügels, so dass sich in der Luft nur das bewegt, was auch in die Luft gehört. Start, Betrieb und Landung des Flügels laufen vollautomatisch ab. phasen

Aufbau und Funktion

Ein Kernstück unserer Technologie sind die ultraleichten und hocheffizienten Flügel. Sie vereinen die aerodynamische Höchstleistung einer vollstarren Bauweise wie bei Segelflugzeugen und das geringe Flächengewicht eines Hängegleiters. Unsere Flügel sind auf einen hohen Auftrieb während des Erntebetriebs hin optimiert. Gleichzeitig kann die Rückholung dieser Flügel nahezu kraftlos erfolgen, da sie im Segelflug einfach zur Anlage zurückgleiten. Das sorgt für nur sehr geringen Energieverlust und sehr kurzen Ertragsausfall in der Rückholphase und damit für eine hohe Effizienz. Die Flügel lassen einen großen Betriebsbereich und einfaches Starten auch bei wenig Wind zu. Die Flügel werden über drei verschleissfeste Hochleistungs-Kunststoffseile vom Boden aus mittels hochdynamischer Seilwinden gesteuert. Eines unserer bereits angemeldeten Patente beinhaltet eine in die Hauptseiltrommel integrierte Generatoreinheit, die eine hohe Ausfallsicherheit und einen extrem großen, variablen Drehzahlbereich bietet. Dafür müssen weder in den Kosten, noch in der Effizienz Kompromisse hingenommen werden. Die industrieerprobte redundante Steuerung regelt die Flugbewegungen, übernimmt die Betriebsführung und die Zustandsüberwachung. Für die Vergleichmäßigung der Energieabgabe, zur Stabilisierung und als Notstromversorgung gehören Batteriespeicher zur Grundausstattung jeder Anlage. Wechselrichter geben den elektrischen Strom an die Verbraucher ab oder speisen diesen ins Netz ein.

system

Überblick über die wichtigsten Systemkomponenten einer EnerKíte-Anlage

Start und Landung

Start und Landung erfolgen vollautomatisch mittels eines rotierenden Mastsystems. Der Flügel ist im Ruhezustand am Mastende angekoppelt. Durch die Drehung des etwa waagerecht auskragenden Mastes wird der Flügel auf eine Bahngeschwindigkeit gebracht, bei der er genügend Auftrieb und Seilkraft entwickelt, dass er vom Mastende gelöst werden kann.

Unter weiterer Rotation wird das Seil ausgelassen, bis der Flügel genügend Höhe und Seillänge erreicht hat, um in die Arbeitsphase übergehen zu können. Für den dann folgenden zyklischen Betrieb wird die Rotation beendet, der Teleskopmast wird eingefahren und verbleibt so bis zur Landung. Dieses Startsystem erlaubt das automatische Starten selbst bei sehr geringen Windgeschwindigkeiten. Für die Landung läuft der Prozess rückwärts ab: Der Flügel wird in einer Spirale um die Anlage herumgesteuert, an der der ausgefahrene Mast mitrotiert. Die Seile werden eingezogen, bis der Flügel am Mastkopf eingeklinkt werden kann. Die Rotation wird beendet, der Teleskopmast eingefahren und das System kann in Park- oder Wartungsposition geneigt werden.

Alleinstellungsmerkmale

Die EnerKíte Technologie im allgemeinen und die Produkte im speziellen zeichnen folgende Alleinstellungsmerkmale aus:

  • Maximierte Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit durch smarte Redundanzen.
  • Geringe Amortisation von bis zu 4 Jahren je nach Standort und Anwendung.
  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung und Energiemanagement.
  • Hoher Auslastungsfaktor bis zu 70%.
  • Einfache Wartung und Reparatur.
  • Einfacher Transport und Errichtung.
  • Fernüberwachung und Steuerung (SCADA).
  • Geringer Landverbrauch.
  • Minimale optische Beeinträchtigung.

Das EnerKíte-Team ist weltweit führend im Bereich zuverlässiger Drachen-Steuerung, effizienter Flügel und ausfallsicherer Generatortechnik, IP und Know-How und Betriebserfahrung.

Download

Broschüre mit Technologiebeschreibung

Von Energie-Audits zu Effizienzmaßnahmen. Wozu verpflichtet mich die Politik ?

EnergieeffizienzAm 16 März 2015 fand in der Firma ALANOD die „4. Energiewerkstatt Produktionswirtschaft“ statt. Dort ging es um das neue Energie-Audit nach DIN EN 16247 . Auch wurde dort die Frage diskutiert, ob es sinnvoller ist gleich ein Energiemanagementsystem nach DIN 500001 einzuführen. Das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen B.A.U.M. Consult hatte zu diesem Thema einen interessanten Vortrag den ich hier veröffentliche. Folien Energieaudit A.Harbach B.A.U.M.-page-001 Hier der komplette Vortrag zum  Download

Beton liefert Sonnenstrom – Uni Kassel entwickelt neuartigen Baustoff „DysCrete“

D800_7311Quelle: Universität Kassel

Ein Forschungsteam der Universität Kassel entwickelt einen Baustoff, der zugleich eine Solarzelle ist. Wichtige Bestandteile sind leitfähiger Beton und Flüssigkeiten wie beispielsweise Fruchtsäfte. „DysCrete“ soll künftig unter anderem zum Bau von Fassaden dienen und zugleich Sonnenenergie in Strom umwandeln.

„DysCrete“ besteht aus einem speziellen leitfähigen Beton, der mit Lagen aus Titandioxid, einer organischen Flüssigkeit, einem Elektrolyt, Graphit und einer transparenten Oberfläche beschichtet ist. Das Ergebnis ist eine sogenannte Farbstoffsolarzelle, der Beton selber übernimmt dabei die Funktion einer Elektrode. Die Umwandlung der Sonnenenergie in Strom folgt dem Prinzip der Photosynthese. Das Materialsystem ist besonders umweltfreundlich.

Die Entwicklung von „DysCrete“ ist ein Projekt der interdisziplinären Lern- und Forschungsplattform „Bau Kunst Erfinden“ von Prof. Heike Klussmann, Leiterin des Fachgebiets Bildende Kunst an der Universität Kassel, und Thorsten Klooster, Projektleiter Forschung am Fachgebiet. Das Projekt wird vom Bundesbauministerium mit rund 150.000 Euro gefördert und läuft zunächst noch bis Mitte 2015. Projektpartner sind das Fachgebiet Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie (Leitung Prof. Dr. Bernhard Middendorf) und Partner aus der Industrie.

Prototypen des Sonnenstrom-Betons existieren bereits. „Unser Ziel ist es, ein Material zu entwickeln, das in Zukunft in der Bauwirtschaft eingesetzt werden kann, beispielsweise für Fertigteile im Hochbau, Fassaden-Elemente und neuartige Wandsysteme“, erklärt Prof. Klussmann. „Zugleich liefert es als Solarzelle einen Beitrag zu einer nachhaltigen und dezentralen Energieversorgung.“

Farbstoffzelle ist günstig in der Herstellung

Die Farbstoffsolarzelle selber ist keine Kasseler Erfindung; neu ist die Verschmelzung von Solarzelle und Baustoff. Die Farbstoffsolarzelle oder auch Grätzel-Zelle ist eine Alternative zur herkömmlichen Silicium-Solarzelle. Sie beruht auf einer Entwicklung des Schweizer Chemikers Michael Grätzel und ähnelt im Prinzip der Photosynthese der Pflanzen.

Um mit dem Solarstrom-Beton bei der Umwandlung von Sonnenenergie einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu erzielen, optimiert die Gruppe um Prof. Klussmann und Klooster die Beschichtungen. Ein Beispiel: Verwendeten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise anfangs noch Johannisbeersaft, so wurde dieser inzwischen durch andere Flüssigkeiten ersetzt.

Ziel ist ein Wirkungsgrad von rund zwei Prozent. „Das rechnet sich deswegen, weil die Herstellungskosten von Farbstoffzellen deutlich geringer sind als die von Silicium-Solarzellen“, sagt Klooster. Zudem sind die Ausgangsmaterialien einfach zu beschaffen, umweltfreundlich und leicht recycelbar. Titandioxid etwa ist ein häufig verwendetes Material, das sich auch in Zahnpasta findet. Und: Farbstoffsolarzellen und damit auch „DysCrete“ reagieren auch auf diffuses Licht und können daher auch auf Gebäude-Nordseiten angebracht werden.

„Bau Kunst Erfinden“ zeigt „DysCrete“ und weitere Innovationen auch auf der BAU 2015, der nach eigenen Angaben Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme. Die Messe findet vom 19. bis zum 25. Januar in München statt. Mehr Informationen unter http://www.baukunsterfinden.org.

Ein vergessener Ennepetaler Gegner des Nazi-Regimes

Während in Ennepetal eine Straße nach einem SA und NSDAP Mitglied und vermutlichen NS-Denunzianten benannt bleibt.

Walter Oettinghaus /am 26. Februar 1883 bis 17. September 1950)

Walter Oettinghaus (26. Februar 1883 bis 17. September 1950)

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Wurde einer Persönlichkeit aus der Gewerkschaftsbewegung diese Ehre aus nicht nachvollziehbaren Gründen nie zu Teil.

Walter Oettinghaus wurde am 26. Februar 1883 in Gevelsberg geboren und starb am 17. September 1950 in Ennepetal-Altenvoerde er war ein sozialistischer Politiker und Gewerkschafter.

Der Metallarbeiter Oettinghaus schloss sich 1901 der SPD an und war seit 1905 ehrenamtlicher und ab 1910 hauptamtlicher Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV), der Vorläuferorganisation der IG Metall, in seiner Heimatstadt.
Im gleichen Jahr wurde er darüber hinaus in den Gemeinderat von Milspe und den Provinziallandtag der Provinz Westfalen gewählt.
Während des Ersten Weltkrieges kurzzeitig Soldat, trat Oettinghaus 1917 der neu gegründeten USPD bei und war während der Novemberrevolution Volkskommissar für den Kreis Schwelm und Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Milspe.
Während des Kapp-Putsches 1920 gehörte Oettinghaus zur politischen Leitung der Roten Ruhrarmee.
Im Juni 1920 wurde Oettinghaus für den Wahlkreis Westfalen-Süd in den Reichstag gewählt, welchem er zunächst bis zum Mai 1924 angehörte, im September 1922 schloss er sich wie das Gros der USPD wieder der SPD an, deren Kreisorganisation in Schwelm er in den Folgejahren leitete.
Der zum linken Parteiflügel innerhalb der SPD zählende Oettinghaus wurde 1930 erneut in den Reichstag gewählt, wo er zu der Gruppe von neun SPD-Abgeordneten zählte, welche die Tolerierungspolitik seiner Partei gegenüber der Regierung von Heinrich Brüning offen kritisierten und in mehreren Fällen, die Fraktionsdisziplin brachen.
Ende September des Jahres trat er zur KPD über..
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Bei den Reichstagswahlen im Juli und November 1932 wurde er, diesmal für die KPD, in seinem alten Wahlkreis erneut in den Reichstag gewählt.

Reichstagsbrand 1933 (Quelle Bundesarchiv)

Reichstagsbrand 1933
(Quelle Bundesarchiv)

Nach der Machtübernahme der NSDAP gelang es Oettinghaus in der Nacht des Reichstagsbrandes unterzutauchen und im Mai 1933 in die Niederlande zu flüchten.
Hier und später im französischen Exil arbeitete er eng mit Willi Münzenberg zusammen und war im Koordinationsausschuß deutscher Gewerkschafter aktiv.
Auf Grund seiner Kritik an dem Terror des Stalin Regimes und am Hitler-Stalin-Pakt wurde Oettinghaus aus der KPD ausgeschlossen.
Nach Kriegsbeginn war Oettinghaus in Frankreich zeitweise interniert und nach der französischen Niederlage 1940 durch ein Auslieferungsersuchen des Deutschen Reiches gefährdet; ihm gelang es 1941 nach Algerien und Mexiko zu flüchten.
Der ehemalige Schwelmer Bürger Ernst Rosendahl holte ihn dann per Eisenbahn nach New York.
1948 kehrte der durch einen Schlaganfall schwer erkrankte Oettinghaus nach Deutschland zurück, wo er sich bis zu seinem Tode in der IG-Metall engagierte.

HUNGER

Auf unserem Planeten müsste kein Kind verhungern oder verdursten, wenn wir alles richtig machen würden. Eigentlich. Und warum dann doch? Antworten darauf sucht die zweiteilige Dokumentation weniger in Zahlen und wissenschaftlichen Analysen als in einer sehr persönlichen Betrachtung mit einer optimistischen Vision. Sie führt Claus Kleber auf eine Reise zu den Brennpunkten des Hungers und der Wasserknappheit.

Mehr Klimaschutz bedeutet weniger Kohlestrom. Merkel muss Stilllegung der ältesten Kohlemeiler per Gesetz unterstützen

Kohle ist der Klimakiller Nr.1; Foto: Jakob Huber

Kohle ist der Klimakiller Nr.1; Foto: Jakob Huber

Quelle: BUND

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Kanzlerin Angela Merkel aufgefordert, sich für die Abschaltung der klimaschädlichsten Kohlemeiler in Deutschland einzusetzen.

„Um bis 2020 das nationale Klimaschutzziel von minus 40 Prozent Kohlendioxid tatsächlich zu erreichen, ist eine klare Positionierung der Kanzlerin erforderlich. Mehr Klimaschutz geht nur mit weniger Kohlestrom, das weiß Frau Merkel. Spätestens jetzt muss sie es auch sagen“, forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

„Die Kanzlerin darf Umweltministerin Hendricks nicht im Regen stehen lassen und wegsehen, wenn Energieminister Gabriel die Klimaschutzziele unseres Landes infrage stellt. In diesen Wochen entscheidet sich, ob Deutschland beim Klimaschutz scheitert oder ob die Merkel-Regierung bei diesem Thema noch handlungsfähig ist. Die Kanzlerin darf kein Aktionsprogramm Klimaschutz akzeptieren, das auf die Reduzierung der Kohleverstromung verzichtet“, sagte Weiger.

Ohne Merkels Unterstützung und die anderer Kabinettskollegen könne Hendricks keine entscheidenden Fortschritte beim Klimaschutz erreichen. Ministerin Hendricks benenne im Entwurf ihres geplanten Aktionsprogramms „Klimaschutz 2020“ deutlich den Handlungsdruck der Bundesregierung und plane durchaus wirksame Maßnahmen zur CO2-Minderung, so die Ansicht von Weiger.

„Hendricks weiß genau, dass die internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands beim Klimaschutz auf der Kippe steht. Sie kann es sich nicht leisten, im Dezember mit leeren Händen zur Weltklimakonferenz nach Peru zu reisen. Wenn Merkel beim Aktionsprogramm Klimaschutz der Bundesumweltministerin jetzt die Unterstützung verweigert, wird die Verantwortung für ein mögliches Scheitern der Klimaverhandlungen auch auf die Kanzlerin zurückfallen“, sagte der BUND-Vorsitzende.

Hinter den Kulissen gebe es einen Kampf der Kohle-, Auto- und Agrar-Lobby gegen ein ambitioniertes Klimaschutz-Paket. Die stärksten Gegner wirksamer Klimaschutzmaßnahmen sitzen nach Einschätzung von Weiger in rückwärtsgewandten Industrieverbänden und den Vorständen der Kohleindustrie. Diesen müsse die Bundesregierung jetzt entschlossen entgegen treten.

Ein Drittel der CO2-Emissionen Deutschlands stamme aus der Kohleverstromung. Der dringend erforderliche schrittweise Ausstieg aus der Kohleverstromung sei mit einem Gesetz zum Abschalten der ältesten Braunkohlemeiler besonders wirksam zu bewerkstelligen. Neben der nötigen Minderung der CO2-Emissionen werde ein solches Gesetz außerdem moderne Gaskraftwerke wettbewerbsfähiger machen, die für eine Übergangszeit bei der Energiewende erforderlich seien.

„Allen ist klar: Bleibt die Kohleverstromung in alten und ineffizienten Braunkohlekraftwerken so lukrativ und auf so hohem Niveau wie heute, kann die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele abschreiben“, sagte Weiger. „Ein Scheitern Deutschlands beim Klimaschutz darf niemand, auch nicht die Bundeskanzlerin, wirklich wollen. Eine erfolgreiche Energiewende und eine wirksame Klimapolitik duldet keinen Aufschub“, so der BUND-Vorsitzende.

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